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1. Luftgewehr-Mannschaft schafft den Aufstieg in die Königsklasse

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Mannschaftsfoto Bundesliga
Foto: Dirk Klos

Die Luftgewehr-Schützen der FSG Kempten steigen zum zweiten Mal nach 2002 in die Bundesliga auf. Dort treffen sie auch auf Olympiasieger, Welt- und Europameister.

Schützenmeister Florian Hasler blickte am vergangenen Sonntag immer wieder gebannt auf sein Handy. Die Luftgewehr-Mannschaft der FSG Kempten kämpfte in Pforzheim um den Aufstieg in die Bundesliga, während der Vorsitzende das Luftpistolen-Team in München unterstütze. Dann endlich kam die Erfolgsnachricht: Die FSG ist nach 2002 wieder in der höchsten deutschen Klasse vertreten. „Ich habe natürlich die ganze Zeit mitgefiebert. Es war extrem spannend. Als dann die Info kam, dass es gereicht hat, habe ich mich natürlich sehr gefreut“, schildert Haslach. Die harte Arbeit im Vorfeld habe sich nun ausgezahlt: „Das Potenzial hat die Mannschaft in den Ligakämpfen bereits gezeigt. Wir sind stolz, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat.“

Auf den Ständen des Landesleistungszentrums Pforzheim waren die beiden Mannschaften der 2. Bundesliga Südwest, SSV Leingarten und SV Schopp, und die beiden Mannschaften der 2. Bundesliga Süd, FSG Titting und FSG Kempten, angetreten, um zwei Aufsteiger in die 1. Bundesliga Süd zu ermitteln – in ungewohntem Format: Die Schützen traten nämlich nicht gegeneinander an – wie in der Liga üblich –, sondern jeder Sportler gab in zwei Durchgängen je 40 Schuss ab, die zum Mannschaftsergebnis addiert wurden.

Die Kemptener zeigten bereits zu Beginn des Wettkampfs viel Respekt vor ihren Gegnern und kamen schleppend in den Wettkampf. Nur Katharina Hafner und Christoph Dürr lagen im Soll, alle anderen ließen ein paar Ringe liegen. Im Verlauf steigerten sich jedoch alle deutlich und belegten nach dem ersten Durchgang mit 1951 Ringen (Christoph Dürr 392, Susanne Angeli 391, Katharina Hafner 393, Marie-Nadine Müller 389 und Simon Wölfl 386) hinter der FSG Titting den zweiten Platz. Der Vorsprung vor Leingarten betrug nur vier Ringe.

Nach der Mittagspause ging es für alle Mannschaften zum zweiten Durchgang. Für Dürr kam Thomas Mathis ins Team, Wölfl wurde durch Monika Gottwald ersetzt. Auch im zweiten Wettkampf gelang es den Kemptener Schützen zunächst nicht, ein Ausrufezeichen zu setzen. Die Allgäuer steigerten sich aber mit zunehmender Wettkampfdauer Schuss für Schuss und so standen am Ende erneut 1951 Ringe (Mathis 394, Angeli 390, Hafner 389, Müller 389 und Gottwald 389) zu Buche, was auch in der Endabrechnung Platz zwei hinter Titting bedeutete.

Die Kemptener messen sich nun in der nächsten Saison mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern. Hasler hält den Klassenerhalt für ein realistisches Ziel. Das ehemalige Mitglied der Nationalmannschaft weiß, wovon es spricht. Vor allem der Aufwand werde sich weiter erhöhen: „Alle 14 Tage sind Schützen, Trainer und Beteuer ein ganzes Wochenende unterwegs. Das ist für alle eine große Herausforderung. Ich bin mir aber sicher, dass die FSG das stemmen kann.“ Alle Sportler hätten bereits signalisiert, im kommenden Jahr an den Start zu gehen. Das gilt auch für die Verstärkungen aus dem Ausland: den Schweizer Christoph Dürr und den Österreicher Thomas Mathis. (bie, wol)

Monika Gottwald und die Schützen der FSG Kempten haben beim Aufstiegskampf in Pforzheim gut gezielt. Nach dem Abstieg im Jahr 2003 haben sie das Luftgewehr-Team des Vereins wieder in Deutschlands höchste Klasse geführt.

(Artikel der Allgäuer Zeitung vom 01.02.2018)